Ein Rucksack voller Food Waste

Stellt euch vor: Alle Teilnehmenden nehmen einen zweiten Rucksack ins mova mit – bis oben gefüllt mit Essen, welches dann aber gar nicht gegessen wird.  13 Kilo für zwei Wochen sind es, wenn der Wert der total in der Schweiz weggeworfenen Lebensmittel pro Jahr heruntergerechnet wird. Schweizweit werden jährlich 2’800’000 Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Würde man damit Lastwagen füllen und diese aneinanderreihen, würde die Kolonne von Zürich bis Madrid reichen. Das entspricht ca. acht Mal dem Weg einer durchschnittlichen Anreise ins mova.

 

Ihr denkt bei dieser gesamtschweizerischen Zahl nun vielleicht an Restaurants oder Supermärkte, die doch wohl viele Lebensmittel auf dem Gewissen haben, oder? Das stimmt natürlich auch, doch tatsächlich entsteht der grösste Teil an Food Waste in privaten Haushalten – das heisst, dass wir es in unserem Alltag in der Hand haben.

Schaffen wir es, die Menge Food Waste pro Person im mova auf die Grösse eines Pfaditäschchens zu reduzieren?

Egal, ob man zu viel Pasta gekocht hat oder das Joghurt einfach zu lange im Kühlschrank stand – Essen wegzuwerfen bedeutet nicht nur eine unnötige Verschwendung von Ressourcen, sondern auch Geld, das einfach so im Abfall landet. Gerade beim Kochen für grosse Gruppen ist es oft schwer zu vermeiden, dass Essen in den Abfall wandert. Doch mit ein paar kleinen Tricks könnt ihr im Pfadilager (⛺) – und auch in eurem Alltag (🏡) – Food Waste vermeiden und euren Food-Waste-Rucksack verkleinern.

Lastwagen Bild

Planen & Einkaufen

  • ⛺Lasst in eurer Planung Platz für Überraschungen: Plötzlich zuviel Brot und noch ein bisschen Eier? Wieso nicht die Teilnehmenden mit Fotzelschnitten überraschen?
  • ⛺🏡Macht lieber mehrere Einkäufe als ein grosser Wocheneinkauf. (Im mova ist das aus logistischen Gründen sowieso der Fall.) Evaluiert vorher, was gar nicht nachgekauft werden muss.
  • ⛺🏡Glaubt daran, dass ihr recht hattet (mit eurer Planung): weniger Spontankäufe bedeutet oft auch weniger Food Waste
  • ⛺🏡In der Schweiz gibt es diverse Projekte, die sich mit der Vermeidung von Food Waste beschäftigen. Informiert euch über Projekte an eurem Wohnort (Foodsharing, Grassrooted, Fairteiler, Too Good To Go, …) und rettet so Essen vor dem Abfall. Ähnliche Konzepte werden auch im mova umgesetzt.

Ballavi

Lagerung

  • ⛺So lange cool bleiben wie möglich: Kauft schnell verderbliche Lebensmittel erst dann, wenn ihr sie braucht, da im Laden (bzw. im mova-Store) die Kühlung besser gewährleistet werden kann als auf dem Lagerplatz.
  • ⛺🏡«First in, first out»: Fifo ist hier kein Pfadiname, sondern bedeutet, dass ihr die Rüebli von gestern fertigknabbert bevor ihr die neue Packung aufmacht. Zuhause heisst das, dass Produkte, die länger haltbar sind, hinten in den Kühlschrank kommen. Zuvorderst stehen Lebensmittel, die bald gegessen werden müssen.
  • ⛺🏡 Früchte separat von Gemüse aufbewahren, da deren beim Reifen abgesonderte Gase das Gemüse schneller altern lassen.
  • ⛺Tupperware mitnehmen um Resten verschlossen zu lagern und evtl. sogar nach Hause zu nehmen.

Labi

Verwerten

  • ⛺🏡Ganzes Gemüse verwenden: Die meisten Gemüse & Früchte lassen sich samt Schale, Strunk & Blattgrün essen (z.B. Brokkoli, Blumenkohl oder Lauch). Stiele und Blätter könnt ihr auch für Suppen oder Eintöpfe verwenden. Ausgefallene Rezepte findet ihr hier.
  • ⛺🏡Reste verwenden: Seid kreativ & kreiert aus Resten etwas Neues, z.B. einen Snack oder eine zusätzliche Vorspeise → hier findet ihr eine nach Zutat filterbare Rezeptdatenbank und weitere Inspiration
  • ⛺🏡 Erkundigt euch nach hungrigen Nachbar*innen: Tauscht Essensreste und Vorräte aus.
  • ⛺🏡 Schöpft euch nur so viel auf den Teller wie ihr wirklich essen wollt – Nachschöpfen geht natürlich immer!

Gräser

Sinnen vertrauen

  • ⛺🏡«Mindestens haltbar bis» bedeutet nicht, dass ein Lebensmittel danach nicht mehr gut ist, sondern garantiert nur die optimale Qualität bis zu diesem Zeitpunkt.
  • ⛺🏡Sinne nutzen, um die Essbarkeit von Lebensmitteln zu beurteilen – wenn etwas noch gut aussieht, riecht und normal schmeckt, ist es grundsätzlich noch essbar auch wenn das Datum schon überschritten ist (bei Fleisch- & Fischprodukten das Haltbarkeitsdatum einhalten, da diese heikler sind)

Volvor

Schaffen wir zusammen sogar weniger Food-Waste-Volumen als das Pfaditäschen? 

Auch von Organisations-Seite wird im mova viel unternommen, um Food Waste zu vermeiden. Unser Engagement reicht von der Vor-Auswahl von robusten Früchten und Gemüsen, der Sicherstellung der Kühlkette, Verwendung von Überschüssen für die Roverküche, einer Plattform zum Essensaustasch, über Hilfestellungen für die Lagerküchen bis zur Rückgabe von verschlossenen Verpackungen an die Migros.

Im Lager werden wir via mova-App & weitere Kanäle noch mehr Tipps gegen Food Waste streuen.

Wenn ihr jetzt schon mehr wissen wollt, klickt euch durch die Links:

Vielfältige Programmideen zu Food Waste-Vermeidung findest du hier bei Faires Lager.

Eniti