Material

210 Kilometer reisen die Teilnehmenden im Durchschnitt ins mova an. Das entspricht der Strecke Olten-Ulrichen. Nicht nur die Personen legen diese Distanz zurück, sondern auch lastwagenweise Material werden für das BuLa ins Goms gebracht. 

Aber nicht nur der Transport des Materials hat einen Einfluss auf die Umwelt: Je nachdem wie Materialien produziert werden, woraus sie bestehen, wie und wie lange sie genutzt werden und was mit ihnen nach dem mova passiert, hinterlassen wir im mova mehr oder weniger Spuren. Deshalb ist es von hoher Relevanz, welches Material wir verwenden.  

In der Pfadi gehen wir mit Ressourcen sehr bewusst um: In unsere Rucksäcke packen wir nur das Nötigste und leben so tagelang mit einer Minimalaustattung in der Natur. Wir Pfadis wissen uns zu helfen mit Naturmaterialien und setzen uns aktiv mit deren Verfügbarkeit und Kreisläufen auseinander. Beispielsweise wissen wir viel über Holz: Welches Holz eignet sich als Schlangenbrotspiess, welches brennt gut,  welches Holz dient als gute Sitzunterlage? Wir erkennen an Bäumen woher der Regen kommt, wir wissen, dass wir keine Äste von Bäumen abbrechen sollen und wir beschäftigen uns mit globalen Thematiken wie Regenwaldabholzungen. Und als Leitende lernen wir, wie dick und hoch ein Sarasani-Mast sein muss. 

Im mova orientieren wir uns beim Umgang mit Material an den Abfall-R’s 

Reduce

Wir reduzieren unseren Materialverbrauch, denn das umweltfreundlichste Material ist jenes, das gar nicht erst produziert wird. Wie gerade gelesen: in der Pfadi leben wir allgemein mit weniger Luxus und weniger Gegenständen als im Alltag. Im mova gibt es selbstverständlich auch einige Highlights, die mit viel Material verbunden sind. Trotzdem wurde bei der Planung darauf geachtet, nicht unnötig viel Material dabei zu haben: Statt dass alle Rover während dem Aufbau einen persönlichen Hammer erhalten, können zum Beispiel Werkzeuge für die Nutzungsdauer ausgeliehen und so effizient eingesetzt werden. Das Organisationsteam und alle Teilnehmenden wurden dafür sensibilisiert, die Nutzung des Materials zu hinterfragen (refuse) und wo möglich Material auszuleihen statt neu zu kaufen. 

[collapse]
Reuse

Wir setzen auf Mehrwegmaterialien und -produkte. Wie auch sonst in der Pfadi verlassen wir uns im mova auf langlebige Gegenstände und verwenden diese mehrmals. Damit verteilen sich die Umweltauswirkungen der Produktion eines Gegenstandes auf viele verschiedene Gebrauchsmomente. Wo möglich leihen wir Material aus oder beschaffen es aus zweiter Hand. Nicht mehr verwendetes Material kann nach dem mova von den Einheiten übernommen werden (regift). Bei Materialien, die nur einmal verwendet werden, zahlt es sich aus, natürliche Rohstoffe wie Holz zu verwenden. Diese sind umweltfreundlicher in der Herstellung, können problemlos entsorgt werden und es ist weniger dramatisch, wenn trotzdem mal ein Stück in der Natur liegen bleibt.  

Ein anderes Beispiel sind unsere mova-Artikel im Hajk-Shop oder unsrem Merch-Shop auf dem Lagerplatz. Sie sind von hoher Qualität und darum langlebig. Das Sortiment umfasst einige wenige, ausgewählte Produkte, welche die Pfadis gut brauchen können und die nicht nur rum stehen. Die Produkte erfüllen Produktionsstandards bezüglich nachhaltiger und fairer Herstellung, Produktion und Verarbeitung. 

[collapse]
Repair

Bevor wir etwas entsorgen und ersetzen, versuchen wir es zu reparieren. Die meisten Pfadizelte waren schon im letzten BuLa dabei, wurden seither mehrmals repariert und werden vermutlich auch noch das nächste BuLa überdauern. Aber natürlich ist nicht nur bei grossen Materialposten wie Zelten die Wiederverwendung wichtig, sondern bei einem zerrissenen T-Shirt. Im mova gibt es ein Repair-Café, wo kaputte Gegenstände geflickt werden können, damit sich ihre Lebensdauer verlängert.

[collapse]
Recycle

Wir trennen Wertstoffe und führen sie in den Kreislauf zurück. Recycling kommt erst dann zum Zug, wenn die anderen Verwertungsmöglichkeiten erschöpft sind. Auch im mova recyclen wir. Wir trennen Hauskehricht, Plastik, PET, Alu, Glas, Blech, Rüstabfälle, roh und gekochte Essensreste, Karton/Papier sowie Holz.

[collapse]

Neben diesen R’s gibt es noch viele weitere… Ob Refill, Repurpose oder Rethink: im mova findet fast jedes R seinen Einsatz! 

Holz Recyceln? Ja klar, das Holz ist ein schönes Beispiel, wie Einheiten im mova mithelfen können (nebst den selbstverständlichen Dingen wie dem Abfall trennen und Fötzelen). Wir beziehen einen Grossteil unseres Holzes aus der Lagerregion Wallis. Während unseren Lagerwochen dient uns das Holz als Brennmaterial, für Zeltkonstruktionen oder einfache Schuhregale. Doch was passiert danach mit dem Holz? Wir können Holz, welches nagelfrei ist und nicht verleimt, mit Farbe bemalt oder besprayt wurde, im Goms zu Holzschnitzeln weiterverarbeiten lassen. Mit den Schnitzeln wiederum kann geheizt werden. Holz, welches Nägel enthält oder angemalt wurde, müssen wir in die Kehrichtverbrennungsanlage Oberwallis in Gamsen bringen, wo es verbrannt wird und somit nicht wieder- oder weiterverwendet werden kann. Bei der Kehrichtverbrennungsanlage wird die Wärme als Fernwärme ebenfalls genutzt, aber das Holz muss viel weiter transportiert werden. Darum ist es so relevant, dass Einheiten:

 

  • möglichst auf Schrauben und Nägel verzichten, oder diese nach dem Lager vollständig aus dem Holz entfernen. 
  • Holz nicht verleimen oder mit Farben bemalen. 

Wir alle können unseren Beitrag leisten, indem wir auch im Alltag an möglichst viele R’s denken. Das folgende Schema hilft beim Hinterfragen vor dem Kauf von neuem Material: 

 

  • Woher kommen die Materialien? 
  • Was machst du damit? 
  • Was passiert danach mit den Materialien?